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Netzpolitik

8317347 hat dies geteilt, 22 Monaten her
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Ich bin gerade aus prinzipiellen Gründe von Gmail umgestiegenen auf Mailbox.org, wegen der Deutschen Privatgesetzgebung. Heute morgen las ich:


http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/thomas-de-maiziere-will-umfassenden-zugriff-auf-digitale-sicherungssysteme-a-1181209.html


Es würde mich interessieren was mailbox.org in diesen Fall machen würde.

Kommentare (7)

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Im Grunde genommen ist das bei E-Mails, Telefonaten, etc. ja auch jetzt schon im Rahmen der TKÜ möglich. Zwar bislang immer noch mit Richtervorbehalt, aber das ist ja auch keine wirkliche Hürde.


Bislang wurden lt. mailbox.org im Jahr 2015 (neuere Zahlen liegen ja leider noch nicht vor) nur 2 TKÜs durchgeführt. Das wird aber sicherlich in den nächsten Jahren mit steigenden Kundenzahlen und dem Hang des Staats nach Überwachung auch mehr werden...


Solange mailbox.org eine deutsche Firma ist/bleibt, werden sie sich wohl oder übel an die hiesigen Gesetze halten müssen.

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Was in sofern anders sein wird, ist dass mit den Backdoors eine wichtige Barriere weggenommen wird. Nach einen jetziger Richtervorbehalt ist da immer noch Verschlüsselung als Hürde.


Ich denke mailbox.org sollte sich mal langsam im Ausland umsehen müssen wenn sie ihre Kunden auch in der Zukunft eine 'absolute Privatsphäre' garantieren will.


Bis jetzt bin ich übrigens sehr beeindruckt wie gut hier alles funktioniert. Wirklich Super. Wäre schade wenn ich zukünftig erneut Umziehen müsste.


P.S Entschuldige mein mangelndes Deutsch. Bin Holländer.

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Die Mailbox.org Eingangsverschlüsselung greift aber bei einer TKÜ nicht, da die Daten hier vorher abgegriffen werden.


Im Falle einer Beschlagnahmung/Herausgabe der Maildaten hingegen wärst Du dagegen sicher, wenn sämtliche Mails (eingehend/ausgehend) verschlüsselt sind. Aber wer hat schon seinen gesamten E-Mail Verkehr verschlüsselt?

Kontakte, Kalender, etc. sind aber weiterhin unverschlüsselt.


Die TKÜ in Verbindung mit Beschlagnahmung ist im Prinzip schon eine Backdoor...


Schau Dir mal den folgenden Thread an: https://support.mailbox.org/topic/verschl%C3%BCsselte-speicherung-der-daten-email-kontakte-wie-bei-posteo-krypto-mailspeicher#comment-9963


Dort ist ganz gut dargelegt, was die Unterschiede zwischen TKÜ und Beschlagnahmung sind.

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Interessant, danke, aber ich nehme an das de Maizière davon ausgeht das auch Hintertüren in jede Verschlüsselungsmethode geben muss. Blöt, ich weiß, aber davon reden manche Politiker ja ab und zu.

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Die Politik der Bundesregierung ist bisher, dass keine Backdoors in Kryptgrafie gefordert wird, sondern durch stärkeren Einsatz auf der Gegenseite die Kryptografie gebrochen werden soll. Dabei konzentrieren sich Zitis & Co. nicht auf mathematische Verfahren zum Knacken sondern auf Angriffe auf nachlässige Implementierungen, Seitenkanäle und Angriffe auf Schlüssel.Diese Linie wurde auch in der EU vertreten.

Die neue Initiative des Innenministers richtet sich nicht gegen Kryptografie sondern gegen Sicherungssystem für Geräte, die mit dem Internet verbunden sind. Dabei geht es um Smart-TVs, die für den Großen Lauschangriff genutzt werden sollen, Sicherungssystem für Autos, die temporär deaktiviert werden sollen, um Wanzen und GPS unbemerkt installieren zu können usw. .... Jedes Gerät mit Internatanschluss (auch zukünftige Technologien) sollen eine Backdoor für die Geheimdienste enthalten. (Das ist kein Knacken von Krypto sondern eine Deaktivierung von Sicherheitstechnologien, das ist ein Vorstoß in eine andere Richtung!)

Wir sehen Mail Provider nicht als direkets Ziel dieser neuen Initiative, was auch nicht nötig ist, da mit TKÜV und Bestandsdatenauskunft bereits ausreichend Mittel zur Verfügung stehen. Eine Erweiterung dieser Gesetze ist (meiner Meinung nach) in der neuen Initiative des Innenministers nicht vorgesehen.

Ich möchte damit nicht diese neue Initiative des Innenminister verharmlosen, der damit klar gegen das Grundsatzurteil des Bundesverfassungsgerichtes verstößt. Wenn der Geheimdienst jederzeit jeden Smart-TV in jeder Wohnung in eine Wanze verwandeln kann, dann wäre das genau der Horror von 1984.

Aber Mailprovider stehen momentan nicht im Fokus dieser Aktion.

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By the way: Wann kann man mit dem Transparenzbericht für 2016 rechnen? In vier Wochen haben wir schon 2018. Ich verstehe, dass das aufwändig ist, andererseits ist diese Transparenz schon ein wichtiges Argument für die Nutzung von Mailbox.org.

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